Warum deine Webseite barrierefrei sein sollte

Autor: Patrick
Lesezeit: 6 min.

Die Verfügbarkeit des Internets ist heutzutage für viele eine Selbstverständlichkeit. Es gibt nur mehr wenige Orte, an denen wir keinen uneingeschränkten Zugang zum Internet haben. Auf der einen Seite stellen einige öffentliche sowie gastronomische Einrichtungen einen freien Hotspot zur Verfügung und auf der anderen Seite besitzt fast jeder einen Zugang zu mobilem Internet. Egal ob Informationsbeschaffung, Einkauf oder Unterhaltung - das Netz ist für uns ein gewohnter Begleiter im Alltag. Jedoch gestaltet sich die Nutzung verschiedener Webangebote für Personen mit Handicap als Herausforderung, falls diese nicht barrierefrei umgesetzt wurden.

 

 

Ziele einer barrierefreien Website

Grundsätzlich müssen laut Bundes-Behindertengleischstellungsgesetz seit 1.1.2016 alle Firmen-Webseiten sowie Online-Shops barrierefrei umgesetzt sein. Aber natürlich ist es generell eine gute Idee jede Webseite Barrierefrei umzusetzen. Doch die meisten Unternehmen haben dies bis jetzt noch nicht realisiert. Was bedeutet nun barrierefrei im Web? Eine Barrierefreie Webseite gewährleistet nicht nur die uneingeschränkte Nutzung des Internets für Personen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, sondern sorgt auch für deren Selbstständigkeit. Eine Barrierefreie Website hat das Ziel, allen Menschen den Zugang von Webinhalten zu ermöglichen. Das beinhaltet auch die Berücksichtigung unterschiedlicher Einschränkungen, welche die Nutzbarkeit von Webinhalten erschweren können.

 

Welche Hindernisse gibt es?

Je nach Barriere ergeben sich folgende Hindernisse: - Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit machen unempfänglich für Audio - Blindheit oder Sehbehinderung schränken die Wahrnehmung ein - Manche körperliche Beeinträchtigungen erschweren die Navigation - Geistige Beeinträchtigung erfordert längere Reaktionszeiten - Alterserscheinungen können verschiedene Einschränkungen für jeden mit sich bringen

 

Maßnahmen für eine barrierefreie Webseite

Damit für alle SeitenbesucherInnen deine Webseite uneingeschränkt zugängliche ist, gibt es einige Methoden, diese Hindernisse zu umgehen. Seit 2008 bieten die WCAG 2.0 (Web Content Accessibility Guidelines) das Referenzwerk für ProgrammiererInnen und UmsetzerInnen. Geschaffen wurde damit eine 3-Stufen-Konformität (A, AA, AAA). Um den rechtlichen Standards zu entsprechen, muss deine Webseite zumindest die erste Stufe A erreichen.

 

Die 4 Prinzipien einer barrierefreien Webseite

Wahrnehmbarkeit

Alle bedienbaren Elemente müssen so dargestellt sein, dass sie von allen NutzerInnen (und deren Hilfsmittel) einwandfrei erkannt werden können.

Textalternativen

Stelle Alternativen in Textform für Bilder und Grafiken zur Verfügung, sodassdiese in von NutzerInnen benötigte Darstellungsformen geändert werden können.

Zeitbasierte Medien

Eine Webseite soll Alternativen für Video- und Audiodateien (z.B. Untertitelung) bereitstellen.

 

Anpassbarkeit

Hierbei geht es um die Erstellung von Inhalten, welche auf verschiedene Arten dargestellt werden können, ohne dass Information oder Struktur verloren gehen. Arbeite bei der Websiteerstellung zum Beispiel mit Überschriften (H1 - H6).

Unterscheidbarkeit

Klare Trennung von Vorder- und Hintergrund (Farbkontrast, Schriftart, Zeilenabstände etc.).

 

Bedienbarkeit

Alle Steuerelemente müssen bedienbar sein, sodass man auch zum Beispiel ohne Maus zwischen Menüpunkten wechseln kann.

Tastaturtauglichkeit

Alle Funktionen müssen mit der Tastatur bedienbar sein.

Ausreichend Zeit

Versuche automatische Weiterleitungen an weiterführende Seiten zu vermeiden, um den NutzerInnen ausreichend Zeit zum Lesen der Inhalte zugeben.

Vorsorge gegen Anfälle

Gestalte die Inhalte so, dass diese keine epileptischen Anfälle auslösen können.

Navigierbarkeit

Bereitstellung verschiedener Möglichkeiten, um die Navigation der Nutzer zu unterstützen. Auch Suchfunktionen sind dafür adäquate Mittel.

 

Verständlichkeit

Eine Webseite sollte die NutzerInnen vor kein Rätsel stellen, sondern klar und einfach erklären um was es geht.

Inhalte sollen leicht verständlich sein

Jede URL soll die richtige Sprachdeklaration haben, anderssprachige Inhalte gekennzeichnet sein (lang-Attribut) und Abkürzungen und Fachbegriffe ausreichend erklärt oder gleich vermieden werden.

Vorhersehbarkeit

Webseiten sollen vorhersehbar sein und funktionieren. Automatisch aufgehende Fenster sind zu vermeiden.

Hilfestellung bei der Eingabe

Helfen Sie Benutzern dabei, Fehler zu vermeiden und zu korrigieren. Zum Beispiel sollten automatisch erkannte Eingabefehler an die BenutzerInnen gemeldet werden und nicht zu weiteren Problemen führen.

 

Robustheit

Die Inhalte müssen so entwickelt sein, dass diese von jedem technischen Hilfsmittel richtig interpretiert werden. Hier geht es um die einwandfreie Programmierung. Das bedeutet, dass der HTML oder XHTML Code fehlerfrei, und die Kompatibilität zu vielen bekannten Benutzeragenten gewährleistet sein muss.

 

Elefanten-Tipp:

Investiert rechtzeitig in eine barrierefreie Webseite der Stufe A und macht euren Webauftritt für alle BesucherInnen uneingeschränkt zugänglich.