Sensory Marketing – so sprichst du deine Zielgruppe mit allen Sinnen an

Autor: Viki
Lesezeit: 5min

In einer globalisierten Welt zwingt der zunehmende Wettbewerb die Unternehmen dazu, neben den traditionellen Marketingmethoden auch andere zu suchen. Sensory Marketing ist dabei eine Möglichkeit, deine Marke zu einem multisensorischen Erlebnis für deine KundInnen zu machen.

 

 

Was ist Sensory Marketing?

Sensory Marketing ist eine Marketingtechnik, die darauf abzielt, VerbraucherInnen zu leiten, indem die Sinne benutzt werden, um Gefühle und Verhalten zu beeinflussen. Sensorisches Marketing geht über das bloße Sehen und Hören hinaus, um Erfahrungen zu schaffen, die berührt, gefühlt, geschmeckt und gerochen werden können. Wichtig dabei ist, dass alle Maßnahmen, die getroffen werden, zum Unternehmen selbst passen, um ein stimmiges Gesamtbild zu geben.

 

Deshalb darfst du Sensory Marketing nicht außer Acht lassen

Die sensorischen Marketingstrategien könnten bevorstehende Marketingherausforderungen lösen. Sensory Marketing unterscheidet sich von anderen Arten des Marketings, da es die Sinne der KonsumentInnen direkt beeinflusst. KundInnen werden von der Marke auf der Grundlage sensorischer Erfahrungen und der verschiedenen Sinne, die beim Kauf beteiligt sind, geleitet. Sensorisches Marketing stimuliert die Beziehung von KundInnen zu deiner Marke und das fördert eine dauerhafte emotionale Bindung. Das wirkt sich positiv auf die Markentreue aus.

 

Die fünf menschlichen Sinne und was sie bewirken

Im Grunde ist sensorisches Marketing ein universelles Werkzeug. Es ist aber immer dann besonders wirksam, wenn Emotionen bei KundInnen geweckt werden sollen oder das werbende Unternehmen einen bleibenden Eindruck hinterlassen möchte.

 

Sehsinn

Wir sind tagtäglich von visuellen Hinweisen umgeben. Der Sehsinn ermöglicht es, die visuelle Umgebung um uns herum zu verstehen. Er hat die Macht, unabhängig von der Logik zu überzeugen. Das Sehvermögen ist der dominanteste Sinn, bei dem KundInnen von den sichtbaren und greifbaren Hinweisen abhängen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Visuelle Stimuli umfassen Logos, Namen, Verpackungen, Produktdesign, etc. Deshalb sind diese beim Branding auch so wichtig und können ein Produkt auffallen lassen und den Kauf ankurbeln. Visuelle Stimuli erzeugen eine Wahrnehmung von Qualität, die sich direkt auf den Aufbau einer starken Marke auswirkt.

 

Hörsinn

Wenn man von Musik spricht, die für das sensorische Marketing verwendet wird, fällt einem als erstes Hintergrundmusik ein. Das ist jedoch keine einfache Sache, da Musik mit den menschlichen Emotionen verbunden ist. Klang umgibt uns fast immer und kann auch bis in den Kern des Empfindenden eindringen. Diese primitive Kraft, die das Gehirn umgeht und direkt das Herz anspricht, löst eine emotionale Reaktion aus. Oft ist es zielführend, mehrere Sinne gleichzeitig anzusprechen, denn ohne Ton ist die visuelle Wahrnehmung beispielsweise anders: weniger kontrastreich, weniger aufmerksamkeitsintensiv und weniger informativ. Das Tempo der Musik beeinflusst auch die Wahrnehmung von Zeit und Komfort. Schnelleres Tempo bewirkt, dass die KundInnen in Restaurants schneller essen und schneller gehen, während das langsame Tempo dazu führt, dass sie länger bleiben.

 

Geschmackssinn

Nur die Lebensmittelindustrie hat den Geschmackssinn eingeführt. Andere Branchen öffnen sich dieser Idee langsam. Der Geschmackssinn ist vom Geruchssinn abhängig. Geruch verbessert die Geschmackswahrnehmung. Geschmack und Geruch funktionieren normalerweise im Zusammenspiel. Auch der Ort, an dem ein Lebensmittel verzehrt wird, hat einen Einfluss auf den wahrgenommenen Geschmack, und er verändert auch das Verhalten der KundInnen und das Geschmackserlebnis.

Diese zusätzliche Dimension führt zu einer stärkeren emotionalen Bindung, und der „Geschmack der Marke“ erhöht den Wert für KundInnen. Die symbolische Geste, wie das Anbieten einer Tasse Kaffee in einem Geschäft, wird die Marke in den Köpfen der KundInnen positiv differenzieren. Es schafft eine angenehme Atmosphäre um die Marke herum, wodurch sich VerbraucherInnen entspannter fühlen.

 

Geruchssinn

Geruch ruft Gefühle, Emotionen und Motivation hervor, die zu einer Verhaltensreaktion führen. Jeder Duft spielt dabei eine andere Rolle. Zum Beispiel können Zitrone und Pfefferminze die Wachsamkeit und Energie verstärken; Lavendel und Zedernholz können Spannungen abbauen. Diese Theorie wurde auch von den Innenarchitekten übernommen. Beispielsweise führen zahlreiche große Unternehmen Duftstoffe in Heizungs- und Klimaanlagen ein, um die Arbeitseffizienz zu erhöhen und den Arbeitsstress zu verringern.

Geruch wird mit der Gesellschaft in Verbindung gebracht und weist auf die kulturellen Unterschiede im Zusammenhang mit der Wahrnehmung eines Geruchs hin. Die Amerikaner bevorzugen süßere Düfte, während die Skandinavier natürliche Gerüche priorisieren. Das zeigt, wie differenziert ein Geruch von verschiedenen Zielgruppen wahrgenommen wird. Unterschiedliche Düfte rufen natürlich auch unterschiedliche Reaktionen und Assoziationen hervor.

Ein Raumduft ist ein atmosphärisches Mittel, um die Stimmung der KundInnen zu beeinflussen. Ein angenehmer Duft führt dazu, dass man sich länger als gewöhnlich in einem Geschäft aufhält.

Düfte werden auch verwendet, um bestimmte Charakteristika von Produkten vorzutäuschen, die grundsätzlich nicht vorhanden sind. Kunstlederprodukte sollen beispielsweise überwiegend nach echtem Leder riechen. Zusätzlich können Düfte eingesetzt werden, um andere Gerüche eines Produktes zu überdecken. Zum Beispiel würde Seife ohne weitere Duftkomponenten unangenehm riechen und nicht verkauft werden.

 

Tastsinn

Der Tastsinn beinhaltet die physische Interaktion mit den Produkten oder der Organisation, was sich auf die gesamte sensorische Erfahrung auswirkt. Taktiles Marketing bezieht sich auf die Übertragung von Informationen oder Gefühlen, wenn Produkte und Marken entweder physisch oder virtuell berührt werden, und basiert vollständig auf Interaktion. Diese Interaktionen zwischen KundInnen und der Firma bauen Erfahrungen auf da sie die Eigenschaften des Produkts spüren und das Produkt wahrnehmen können.

Die Textur ist eine Art Erlebnisauslöser, bei dem Material, Oberfläche, Temperatur, Gewicht, Form und Festigkeit das Tasterlebnis verändern und verstärken können. Dies gilt auch für Materialien, die die Identität einer Marke beeinflussen und auf Dienstleistungen und Produkte angewendet werden können.

Die Berührung eines Produkts ist eine Möglichkeit, die Qualität zu sichern. Das Gewicht und das Material sind wichtige Faktoren für das Produkt. Hochtechnologieunternehmen machen ihre Produkte schwerer, um den Kunden ein hohes Maß an Luxus zu gewährleisten. Auch haben Unternehmen, die den Touch-Aspekt einbeziehen, hohe Chancen, Kundenzufriedenheit zu schaffen und die emotionale Bindung zu stärken.

Das menschliche Gehirn ist noch lange nicht vollständig erforscht. Deshalb ist gerade Sensory Marketing ein zukunftsträchtiges Thema, in das aktuell noch sehr viel Forschung investiert wird.

 

Elefanten-Tipp

Achte darauf in welchem Ausmaß du sensorisches Marketing einsetzt. Die Divise ist: weniger ist mehr, denn nicht selten kann es zu einer Überaktivierung kommen. Das kann ein Reaktanzverhalten zur Folge haben. Unsere ExpertInnen helfen dir dabei, sinnvolle Marketingstrategien zielgerichtet für den Erfolg deines Unternehmens einzusetzen.