Die Marketing-Trends für das 2. Halbjahr 2020

Autor: Dominik
Lesezeit: 9min

Es scheint so, als ob keine Marketingstrategie länger währt als 12 Monate. Im Folgenden findest du die digitalen Marketingtrends, welche auch 2020 noch top-aktuell sind. Wenn du mit deiner digitalen Marketingstrategie nicht auf dem Stand der Dinge bist, schränkst du das Potential sowie die Reichweite deiner Marke ein. Im Jahr 2020 gesellen sich zu älteren, länger anhaltenden Trends wie Chatbots, Sprachsuche / Voice Search sowie Videomarketing weitere hinzu.

 

 

Chatbots

Vollautomatische, persönliche Unterstützung ohne Personalaufwand hört sich nicht nur vielversprechend an, sondern wird durch neuartige Technologieentwicklungen populärer und leichter konfigurierbar als in den letzten Jahren.

 

Sprachsuche/Voice Search

SEO entwickelt sich weiter. Die Sprachsuche mit digitalen Assistenten wie Siri oder Alexa sucht gezielt nach Schlüsselwörtern, und zwar so wie wir Menschen sprechen und nicht wie wir tippen.

 

Videomarketing

Das Hosting von Videoinhalten wird immer einfacher. Zugleich erhöht sich der Konsum dieser Inhalte immer weiter, das führt auch dazu, dass die Qualität der produzierten Inhalte weiter steigt. Egal ob Vlogs, Produktvideos oder Imagefilme – diese Trends werden uns im zweiten Halbjahr 2020 im Marketing begleiten.

 

Shoppable Posts – Verkaufen auf Instagram & Co

Promis und Influencer haben schon früh verstanden, dass Instagram und Co mehr sind, als nur Plattformen, auf welchen man hübsche Bilder mit seiner Gefolgschaft teilen kann. Unternehmer ziehen nach und das zurecht. Bei 525 Millionen aktiven NutzerInnen, von denen im Schnitt mehr als 200 Millionen täglich ein verifiziertes Profil besuchen, lässt sich das Potential als Marketing-Kanal schnell erahnen. Schon im November 2016 hat die Plattform mit dieser Funktion aufgewartet, mittlerweile ist diese auch im deutschsprachigen Raum verfügbar und erfreut sich wachsenden Nutzungszahlen.

 

Doch warum nicht im Webshop?

54% der Nutzer von sozialen Medien führen regelmäßig Produktrecherchen auf diesen Kanälen durch. Mit Shoppable Posts kann nun der komplette Kaufprozess direkt auf der Plattform durchgeführt werden. Ohne Weiterleitung, ohne Wartezeit, ohne Registrierung – kurzgesagt eine Beschleunigung der Kaufabschlüsse.

Weiterhin interessant: 80% der Instagram-User folgen mindestens einem Unternehmensprofil, im Schnitt sind es über 10. Somit sind bereits beste Voraussetzungen vorhanden, diese Funktion sinnvoller Weise in deinem Instagram-Auftritt zu integrieren. Die Neugier der NutzerInnen darüber, was denn dieses Einkaufstaschen-Symbol links unten macht und die Tatsache, dass das gesehene Produkt mit nur wenigen Klick kaufbar ist, begünstigt natürlich die Kaufentscheidung.

Weiterer Pluspunkt: Mit der Funktionalität und Einfachheit, mit der Shoppable Posts zu erstellen sind, punktet diese Funktion weiter. Der Mehraufwand ist vergleichbar mit dem taggen einer Person auf einem Foto.

Side-Fact: Auch Pinterest bietet diese Möglichkeit und war dabei sogar eine der ersten Plattformen.

 

Direct Messaging als Marketingtool

Um für Kunden die Markenerlebnisse immer persönlicher zu gestalten, führen Unternehmen mittlerweile vermehrt Gespräche mittels Direct Messages auf den sozialen Medien. Als Möglichkeit einer Erweiterung des Kundenservice, sowie der digitalen Unterstützung des Vertriebes, wird Direct Messaging zu einem der heißesten Marketingtrends für das kommende Halbjahr 2020.

Durch Nachrichten-Apps wie WhatsApp, Viber und Facebook Messenger oder durch private Nachrichten in sozialen Medien wie Instagram und Twitter erreichen Unternehmen eine stärkere Kundenbindung. Diese Medien bieten eine unmittelbare Kommunikationsart, ähnlich wie ein persönliches Telefongespräch, in einer vertrauten Umgebung, in welcher der Kunde ebenfalls Gespräche mit Freunden, Familie & Co. führt.

Die große Bedingung hierbei: KundInnen müssen zustimmen. Die Zustimmung erreicht man wohl am leichtesten, wenn KundInnen bewusst gemacht wird, dass eben genau diese Möglichkeit des Direct Messaging zu den definierten Zwecken wie Kundenservice, Produktfragen, etc. besteht.

 


Mikro-Influencer

Influencer-Marketing ist seit einigen Jahren ein digitaler Marketingtrend. Dieser war jedoch so durchschlagend erfolgreich, dass große Influencer nun weite Teile dieses Marktes beherrschen. Wo früher ein kostenloses Muster genügte, um erwähnt zu werden, gibt es heute Preislisten und Zahlungstabellen. Der Einfluss der sozialen Medien durch Influencer ist heutzutage ein großes Business, und kein günstiges.

Aber anstatt mit den globalen Marken in einen Konkurrenzkampf, um die großen Influencer zu gehen, entscheiden sich viele klein- und mittelständische Unternehmen für die Zusammenarbeit mit kleineren Influencern. Vorteilhaft daran: Es gibt zumeist für alle Interessensgruppen und Branchen selbst in kleinen Nischen Mikroinfluencer, welche zielgerichtetes Marketing ermöglichen.

Ein Beispiel für diesen digitalen Marketingtrend: Ein lokaler Friseur entschied sich dazu, mit zwei Influencerinnen aus näherer Umgebung eine Kooperation einzugehen. Jene waren im mittelgroßen Bereich und in entsprechenden Nischen wie Mode, Fashion & Hairstyle zugegen – populär genug, um eine junge Zielgruppe damit ins Geschäft zu holen. Wenig später wurde auch eine bekannte Haarpflegemarke darauf aufmerksam und so entwickelte sich das Ganze zu einem Sponsoring-Projekt.

Mikro-Influencer sind nicht nur erschwinglicher, sondern haben zudem ein besseres Engagement mit ihren Abonnenten und ihnen wird in der Regel auch mehr Glaubwürdigkeit zugesprochen. Eine Studie der Adweek*1 hat aufgezeigt, dass Mikro-Influencer (mit in etwa 30.000 Follower) um ein 60 Prozent höheres Engagement mit ihren Followern hatten und dabei 6,7-mal kostengünstiger waren als Influencer mit deutlich mehr Followern.

 

Interaktive E-Mails

Wohl der Designtrend #1 der Marketingtrends 2020 sind interaktive E-Mails. Von vielen schon fast vergessen, sind E-Mails je nach Branche nach wie vor rentabel. Manche Studien errechnen einen Return of Invest (ROI) von 3200%. Auch wenn Marketingexperten eine anhaltende Stagnation jedes Jahr prognostizieren, erscheint es doch sinnvoller diesen Kanal durch interaktive Elemente neues Leben einzuhauchen – gerade dann, wenn doch schon eine Newsletter-Gefolgschaft über die Jahre aufgebaut wurde.

In den letzten Jahren ist ein vermehrter Rückgang von Klartext-E-Mails in Form von Newslettern & Co. Zu beobachten. An ihrer statt treten nun immer mehr wunderschöne, bis ins letzte Pixel optimierte E-Mails auf, die aussehen, wie aus einem Portfolio eines Web-Designers. Auf den ersten Blick wirken diese E-Mail wie Webseiten, und funktionieren auch wie diese einschließlich klickbarer Buttons und weiterer Interaktionsmöglichkeiten.

Kein Wunder also, dass diese auf Hochglanz polierten Designs die Conversions von denen verbessern, die davon Gebrauch machen. Laut einer Studie der BCG*2 klicken Leser bis zu 4x mehr auf Buttons und weiteren Schaltflächen, wenn diese nicht Klartext-Links sind, sondern stilisiert.

Was 2019 vielleicht noch beeindruckt hat, reicht jedoch heutzutage nicht mehr aus. Webseiten-basierte E-Mail-Vorlagen kennt die Zielgruppe ja schließlich schon. Mit atemberaubender Grafik sowie UX-optimierten Designs musst du den nächsten Schritt gehen. Angesichts des angesprochenen ROI’s, sollten interaktive E-Mails 2020 so schön wie möglich sein.

 

Stimmungsanalysen

Ein großer Teil der menschlichen Kommunikation beschäftigt sich damit, herauszufinden, was andere denken. Während tausende Jahre des biologischen Fortschritts uns verhältnismäßig wenig an gegenseitigem Verständnis gebracht hat, so machen KI’s und maschinelle Lerntechnologien in nur wenigen Jahren erhebliche Fortschritte.

Soziales Zuhören (social listening) und Stimmungsanalysen ist die Praxis der Analyse der Reaktionen von digitalen Benutzern der Produkte bzw. Dienstleistungen. Ort des Geschehens sind zumeist soziale Medien, Foren und einige andere Orte im World Wide Web. Produktbewertungen und Kommentare sind, wie so vieles auf dieser Welt, nicht Schwarz oder Weiß. Es gibt unzählige Graustufen dazwischen – je nach Erwartungshaltung und Produktversprechen können so gemäß der Reaktion der KonsumentInnen gewisse Informationen abgeleitet werden.

Eine Stimmungsanalyse umfasst für gewöhnlich verschiedene Tools und Algorithmen zur Datenerfassung um Antworten, Kommentare und Reaktionen auf ihre Marke, Produkt oder Dienstleistung zu erfassen und auszuwerten. Genau genommen ist dies kein „neuer“ Marketingtrend, aber weiterentwickelte Technologien im Bereich künstliche Intelligenz und Machine Learning machen genau diesen Trend zu einem einflussreichen Tool für die Entwicklung weiterer Marketingstrategien. Der Fortschritt ermöglicht es Computern nun die Bedeutung dessen, was Menschen online schreiben wesentlich besser zu verstehen, einschließlich Mundart und Emojis.

Tools zur Stimmungsanalyse wie Critical Mention, Repustate oder Lexalytics zeigen, wie Konsumenten deine Marke oder dein Unternehmen wahrnehmen und wie sie darüber sprechen. Mit diesen Daten kannst du nicht nur deine Produkte, sondern auch deine Strategie für Vertrieb, Marketing, Social Media und deren Inhalte optimieren.

Nach all diese Infos raucht dir bereits der Schädel? Dann haben wir an diesem Punkt eine gute Nachricht für dich: Den zweiten Teil dieses Blogbeitrags findest du nächste Woche Montag.

 

Elefanten-Tipp:

Elefantentipp: Du musst nicht alles zum Thema Marketingtrends selber wissen oder umsetzen können. Wenn du Interesse oder Fragen zu den Themen in diesem Blogbeitrag hast, kontaktiere uns gerne. Wir haben aus allen Bereichen SpezialistInnen, die dich dabei unterstützen können, deine Marketingstrategie am Puls der Zeit erfolgreich zu optimieren. Schreib uns doch einfach eine E-Mail auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit deiner Frage oder ruf uns an.

 

*1 https://www.adweek.com/digital/micro-influencers-are-more-effective-with-marketing-campaigns-than-highly-popular-accounts/
*2 https://www.bcg.com/de-at/publications/2019/dividends-digital-marketing-maturity.aspx