Teil 2 - Die Marketing-Trends für das 2. Halbjahr 2020

Autor: Dominik
Lesezeit: 5min

Letzte Woche haben wir bereits über Marketingtrends für das 2. Halbjahr 2020 geschrieben. Shoppable Posts auf Instagram und Co., Direct Messaging für Kundenservice und Vertrieb, Influencer VS Mikro-Influencer, interaktive E-Mails sowie Stimmungsanalysen (Im englischen Sprachraum findet man dazu unter social listening oder sentiment analysis jede Menge Infos) sind jedoch nicht das Ende der Fahnenstange.

 

 

Social-Media-Nischen und alternative Kanäle

Die Werbeeinnahmen von Facebook, Instagram und Co sprengen quartalsweise die Erwartungen der Analysten. Trotz des anhaltenden Optimismus können genau diese Plattformen die Rückgänge des Nutzerwachstums, sowie die Veränderung des Nutzerverhaltens, nicht leugnen. Vor allem die junge Generation ist betroffen: Es ist halt einfach nicht cool auf derselben Social-Media-Plattform zu posten, wo auch die Eltern posten. Dazu gesellt sich der bittere Beigeschmack diverser Daten-Skandale, mögliche Wählermanipulation und das wachsende Bewusstsein bezüglich Datenschutz.

Eines vorweg, auch Facebook bleibt 2020 weiterhin ein nützliches Marketinginstrument, aber es lohnt sich einen Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen. Alternative Social Media Kanäle können bereits heute vielversprechende Wachstumszahlen vorweisen und sind zumeist für kleinere Zielgruppen zugeschnitten. Insbesondere Pinterest, Snapchat, Reddit und Medium werden als die neuen Favoriten für Social-Media-Marketing gesehen. Facebook verliert seit Jahren die jungen Nutzer, da diese in die oben genannten Kanäle strömen. 

Neue und kleinere Social-Media-Plattformen haben bestimmt nicht dieselbe Reichweite wie die Giganten, aber vor allem für Nischenmarken und speziell zugeschnittene Produkte erreichst du deine Zielbenutzer besser. Halte nach Plattformen Ausschau, welche nach Branchen und/oder Interessen unterteilt sind und zu deiner Nische passen.

 

Programmatic advertising

Wie auch bei einer Stimmungsanalyse, man sollte keine Arbeit welche sich für einen Roboter eignet einem Menschen machen lassen. Künstliche Intelligenz, machine learning und weitere Lernalgorithmen optimieren via Programmatic Advertising (Kurzschreibweise PA, deutsch: programmatische Werbung) deine Online-Werbekampagnen.

Anzeigenplatzierung, Medieneinkauf, Performance Tracking und Targeting können 2020 von einer Software übernommen werden. Nicht nur sind in der Regel die Ergebnisse von Werbekampagnen besser, auch das outsourcen dieser Arbeiten an einen intelligenten Bot spart wiederum Zeit, welche für weitere Aufgaben zur Verfügung steht. Automatisierung von ihrer besten Seite.

Software wie die Adobe-Markting-Cloud und Smarty Ads bringen dich durch die Möglichkeiten der Onlinewerbung. Allerdings sind Echtzeit-Gebote nicht ganz stressfrei und auch zeitaufwändig, genauso wie das Eruieren der passenden Werbemöglichkeit. Die Übergabe dieser Aufgaben an ein automatisiertes System verschafft für dich und dein Team einen echten Vorteil.

 

Featured Snippets – Pole Position SEO

Ein Grund für den schnellen Wandel der digitalen Marketingtrends sind die ständigen Änderungen deren Plattformen. Ein bekanntes Beispiel: Google aktualisiert seine Suchalgorithmen jährlich viele Male.

Jeder kennt die Grundregel, desto besser mein SEO, desto weiter oben erscheine ich in den Suchergebnissen bei Google. Ein Featured Snippet bietet nun die Möglichkeit, noch vor allen, organischen Ergebnissen zu erscheinen. Dazu muss nicht nur dein Content gut sein, sondern auch die Formatierung deiner Inhalte.

Google experimentiert hierzu gerne. Immer mehr Suchanfragen enthalten Snippets welche auf der ersten Seite viel Platz für Infos, Bilder und selten aber doch auch Videos enthalten. Die Klickraten auf Snippets sind natürlich um einiges höher als für gewöhnliche Suchergebnisse, daher ist bei der Erstellung von digitalen Inhalten wichtig, den vorgestellten Inhalt für eben diese Snippets zu optimieren.

Für Marketer im Jahr 2020 ist es wichtiger denn je, qualitativ hochwertige Inhalte zu erstellen, ihre Themenschwerpunkte vollständig und klar abzudecken. Diese sollen gut strukturiert und vor allem verständlich sein, für Mensch und Maschine.

 

 

 

Branded Vlogs – Fluch oder Segen?

Videoblogs sind beliebter denn je. Der anhaltende Erfolg von YouTube, Instagram Stories und Snapchat ist beeindruckend und bietet weiterhin eine große Chance für Marketer. Doch anders als Erklärvideos oder Kurzfilme sind Vlogs direkter aufgebaut und mit mehr Persönlichkeit. Die sogenannten Vlogger sprechen direkt zu ihren Followern und schaffen somit eine persönlichere und direktere Verbindung mit der Marke. Offensichtlich ein Segen für eine bessere und engere Kundenbeziehung.

Ein Beispiel: Letztes Jahr setzten wir eine 10-teilige Vlog-Serie um, welche sich rund um den Aufbau und die Inbetriebnahme des Produktes drehte. Nicht nur profitierte das Unternehmen durch den Tipps-&-Tricks-Charakter der Videos und konnte hohe organische Reichweiten erzielen, zusätzlich konnten auch viele Mythen und Falschinformationen rund um das Produkt aus der Welt geschafft werden, welche in weiterer Folge Schäden am Produkt verminderten.

Vlogs sind also nicht nur für Blogger und Influencer nutzbar, sie können auch praktisch und strategisch eingesetzt werden. Da das Videomarketing immer weiter zunimmt, werden zukünftig auch verschieden Unterkategorien zu Vlogs entstehen. Wenn du heute beginnst, diesen Trend zu verfolgen, könnte das unter Umständen erheblichen für den Erfolg deiner Unternehmung beitragen. Wichtig hierbei: Es gilt authentisch und persönlich zu beraten, nicht zu verkaufen.

 

Generation Z spricht ihre eigene Sprache

Last but not least möchten wir 2020 auch an die Generation Z denken. Die jüngste Verbrauchergruppe in unserer Betrachtung wurde zur und nach der Jahrtausendwende geboren und ist mittlerweile auch 18 Jahre alt. Vor allem die Einstellung und das Verhalten zum Konsum ist lt. verschiedener Quellen dieser Zielgruppe besonders interessant.

Um ein erfolgreiches Marketing für die Generation Z aufzubauen, musst du die Stilisierung deiner Inhalte überdenken. Die Jüngsten am Markt haben auch die verrücktesten Geschmacksrichtungen, welche uns erstmal seltsam erscheinen, vor allem aber da wir es gewohnt sind an die Boomer und an Generation X zu vermarkten.

Sollte die Generation Z in ihre wichtigste Zielgruppe fallen, haben wir hier für dich einige allgemeine Dinge, die du berücksichtigen solltest:

Authentizität:

Generation Z ist in einem Zeitalter voll von Online-Fehlinformationen aufgewachsen. Sie haben übertrieben gesagt den richtigen Riecher und reagieren allergisch auf überschwängliche oder falsche Werbeversprechungen. Gehe also gezielt weg von übermäßig werblichen Ansätzen hin zu Transparenz & Authentizität.

Datenschutz:

Vor allem die Generation Z hat vermehrt Bedenken hinsichtlich des Datenschutz. Dieser besitzt in ihrem Verständnis einen hohen Stellenwert. Es gilt also: Respektiere diese Bedenken und versuche stattdessen Werbewege zu gehen, welche nicht auf die Nutzung jener Daten setzt.

Vielfalt & Diversifikation:

Die wohl vielfältigste Generation auf dem Markt schätzt genau diese Eigenschaft auch in den Inhalten wie Bild und Video welche sie konsumieren – schaffe einen Wiedererkennungswert für deine Zielgruppe mit deinen Inhalten zu deinen Produkten.

 

Elefanten-Tipp:

Mit Vlogs erreichst du Authentizität und Nahbarkeit. Deshalb müssen deine Videos in diesem Bereich auch nicht perfekt sein. Outtakes und kleine Versprecher können vorteilhaft sein, um das Vertrauen deiner Zielgruppe zu gewinnen. Dennoch solltest du solche ungeplanten Szenen nur dosiert einsetzen.